Devlog · 12. Oktober 2026

Handelsströme und Engpässe auf der Karte

Warum Öl aus dem Golf in SOVEREIGN durch Hormus muss, wie die Karte tausende Ströme zu lesbaren Adern bündelt – und was passiert, wenn eine Meerenge gesperrt wird.

von SOVEREIGN-Team

Handel war in vielen Strategiespielen lange eine Zahl in einer Tabelle. In SOVEREIGN liegt er auf der Karte – und er hat Folgen, die man sehen kann.

Vom Überschuss zum Strom

Jede Nation produziert manche Güter im Überschuss und braucht andere. Die Simulation verbindet Exporteure und Importeure jede Woche zu Handelsströmen. Partner werden bevorzugt, wenn sie nah sind, in derselben Wirtschaftsunion oder im selben Bündnis. Jede Nation behält je Gut nur ihre stärksten Partner, Änderungen setzen sich gedämpft über Wochen durch.

Die Route eines Stroms ist der kürzeste Weg vom Drehkreuz des Exporteurs – seiner Hauptstadtprovinz – zum Drehkreuz des Importeurs. Seewege sind günstiger als Landwege, Häfen kosten einen Aufschlag, und wer eine schmale Landbrücke überquert und wieder ein Schiff belädt, zahlt fürs Umladen. So nehmen Ströme die Wege, die man auch in einem Atlas einzeichnen würde.

Engpässe

Meerengen und Kanäle erkennt das Spiel mechanisch aus der Karte: Gibraltar, Dover, der Bosporus, Suez, Bab al-Mandab, Hormus und weitere. Wer die angrenzenden Provinzen kontrolliert, kontrolliert den Engpass. In einer zehnjährigen Testpartie mit echten Startdaten lag der Anteil am gesamten Stromwert zum Beispiel bei 14,6 % für Gibraltar, 14,0 % für Dover und 7,2 % für Hormus – ein Messwert aus dem Prototyp, der sich in jeder Partie mit Wirtschaft, Kriegen und Bündnissen verschiebt.

Krieg, Umleitung, Blockade

Ist eine Seite eines Handels im Krieg, darf die Route keine Provinzen oder Engpässe der Kriegsgegner durchqueren. Gibt es einen längeren Weg, wird der Strom umgeleitet und teurer. Gibt es keinen, ist er blockiert: Er versiegt, bis sich ein anderer Partner findet, und das Spiel vermerkt, an welchem Engpass er hängt. Lange oder blockierte Routen verteuern Importe und drücken Exporterlöse – das landet im Inlandspreis und von dort im „Warum?“-Tooltip.

Wie die Karte das zeichnet

Hunderte Ströme als einzelne Linien wären unlesbar. Der Kartenrenderer bündelt deshalb jeden Abschnitt zwischen zwei Provinzen zu einer Handelsader; ihre Breite wächst logarithmisch mit dem Warenwert. Die einzelnen Ströme liegen darin als Spuren nebeneinander, immer in derselben Reihenfolge, gefärbt nach Warengruppe – Energie bernstein, Industrie stahlblau, Agrar oliv. Leuchtende Kometen zeigen die Richtung. Blockierte Ströme werden unterbrochen gezeichnet, mit Warnsymbol am Engpass.

Das Netz wird in einem Web Worker gebaut, damit die Oberfläche flüssig bleibt. Laut Spezifikation sank die Zeit im Hauptthread dadurch von rund 75 ms für 500 Ströme auf unter eine Millisekunde.

Den Kartenmodus „Handel“ gibt es im Spiel; den Hintergrund dazu erklärt der Kodex-Artikel „Handel & Engpässe“.

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