Überblick
Jede Nation produziert manche Güter im Überschuss und braucht andere. Die Simulation verbindet Exporteure und Importeure jede Woche zu Handelsströmen. Diese Ströme siehst du im Kartenmodus Handel als leuchtende Linien – je dicker, desto größer der Warenwert.

Wie Ströme entstehen
Wie viel eine Nation insgesamt kauft oder verkauft, entscheidet der gemeinsame Weltmarkt: Liegt das Lager unter dem Puffer, wird importiert, liegt es weit darüber, wird exportiert. Das Strommodell ordnet diese Mengen dann einzelnen Partnern zu.
Die Route eines Stroms ist immer der kürzeste Weg vom Drehkreuz des Exporteurs (seiner Hauptstadtprovinz) zum Drehkreuz des Importeurs oder zum Weltmarkt am Kartenrand. Seewege sind dabei deutlich günstiger als Landwege, ein Hafen kostet einen Aufschlag.
Partner werden bevorzugt, wenn sie nah sind, in derselben Wirtschaftsunion oder im selben Militärbündnis. Jede Nation behält je Gut nur ihre stärksten Partner; Änderungen setzen sich gedämpft über mehrere Wochen durch.
Für Profis: die Zuordnung
Routenkosten in km-Äquivalenten: Land × 3 (mit Geländefaktor), See × 1, Hafen + 250 km. Ströme unter 0,05 % des Gutvolumens entfallen. Ein Strom ohne neues Ziel wegen Blockade oder Embargo zerfällt mit der Dämpfung und wird als blocked markiert. Zusätzlich tauschen Industriestaaten verarbeitete Güter und Dienstleistungen in beide Richtungen aus (intra-industrieller Handel) – diese Ströme erscheinen in Partnerlisten und Engpass-Last, wirken aber nicht auf Lager und Preise.
Die Engpässe
Ein Engpass ist eine Meerenge oder ein Kanal, durch den Seerouten führen müssen. SOVEREIGN erkennt sie automatisch aus der Karte. Im Startausschnitt sind das Gibraltar, Dover, Øresund/Belte, Dardanellen, Kertsch, Messina, Bonifacio, Suez, Bab al-Mandab und Hormus. Wer die angrenzenden Provinzen kontrolliert, kontrolliert den Engpass.
Wie viel fließt wo?
In einer zehnjährigen Testpartie mit echten Startdaten lag der Anteil am gesamten Stromwert so:
- Øresund / Belte
- 9,4 %
- Straße von Gibraltar
- 8,7 %
- Straße von Hormus
- 7,4 %
- Bab al-Mandab
- 7,0 %
- Straße von Dover
- 4,2 %
- Bosporus / Dardanellen
- 2,8 %
- Suezkanal
- 2,6 %
Messwert aus dem Prototyp (Spec 20 §5a, Karte Europa/MENA, 10 Jahre). Der Bosporus wird über die Dardanellen mitgezählt. In deiner Partie verschieben sich die Anteile mit Wirtschaft, Kriegen und Bündnissen – der Kartenmodus zeigt die aktuellen Werte.
Krieg, Umleitung, Blockade
Ist eine Seite eines Handels im Krieg, dürfen Routen keine Provinzen oder Engpässe durchqueren, die von Kriegsgegnern kontrolliert werden. Neutrale Gebiete bleiben passierbar. Dann gibt es zwei Möglichkeiten:
- Umgeleitet: Es gibt einen längeren Weg. Der Strom läuft weiter, wird aber teurer.
- Blockiert: Es gibt keinen Weg. Der Strom versiegt, bis sich ein anderer Partner findet. Das Spiel vermerkt, welcher Engpass blockiert.

Wirkung auf Preise
Jeder Strom hat einen Transportanteil, der mit der Entfernung wächst. Daraus berechnet jede Nation ihren Inlandspreis je Gut. Lange Routen verteuern Importe und drücken Exporterlöse. Blockaden entziehen zusätzlich kurzfristig Liefermengen – und fehlen dem Weltangebot, was den Weltmarktpreis treibt.
Im Spiel siehst du die Folgen im „Warum?“-Tooltip jedes Werts, zum Beispiel:
Beispielwerte zur Veranschaulichung.
Tipps
- Abhängigkeiten streuen: Bezieh kritische Güter von Partnern auf unterschiedlichen Routen.
- Lager als Puffer: Die Handelsautomatik hält rund 30 Tage Bedarf auf Lager; eigene Handelsaufträge im Markt (F3) überschreiben sie.
- Neutralität hat Wert: Neutrale Staaten an Engpässen bleiben im Krieg anderer passierbar – ein diplomatischer Trumpf.
- Bündnisse senken Kosten: Die Affinität für Unions- und Bündnispartner verschiebt Ströme messbar zu ihnen.
Vorschläge laufen vorerst über den Discord-Kanal bzw. die Community-Seite.
Abgeleitet aus den Spezifikationen; Messwerte stammen aus Testläufen des Prototyps und sind als solche gekennzeichnet.